Rückstandskontrollen für gesundes Gemüse

Rückstandskontrollen für gesundes Gemüse
Pflanzenschutzmittel-Einsatz auf dem Feld

Frisch, knackig und von bester Qualität, so wünschen sich Verbraucher zu Recht Obst und Gemüse. Um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kommen Erzeuger dabei kaum herum. Denn gerade beim Anbau von Obst und Gemüse gilt es, die Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen. Viele Verbraucher sind jedoch im Hinblick auf Pflanzenschutzmittelrückstände verunsichert. Hier sorgt das QS-Prüfsystem für Klarheit: Bei Obst und Gemüse mit dem blauen QS-Prüfzeichen werden alle Schritte vom Erzeuger bis in den Supermarkt genauestens überwacht – auch Rückstandskontrollen gehören dazu.

Natürliche Schädlingsbekämpfer haben Vorrang

Beim Anbau von Obst und Gemüse sorgen die Erzeuger im QS-System für optimale Standortbedingungen der Pflanzen, sodass sie z. B. genügend Nährstoffe über den Boden aufnehmen können. Das lässt sie nicht nur besser wachsen, sondern macht sie auch widerstandsfähiger. Falls der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig wird, muss dieser genauestens überwacht und dokumentiert werden. In allen QS-Erzeugerbetrieben gilt dabei das Prinzip der integrierten Produktion: Wann immer es möglich und sinnvoll ist, setzen die Systempartner anstelle von chemischen Pflanzenschutzmitteln auf natürliche Schädlingsbekämpfer, sogenannte „Nützlinge“.

Es gilt das Schadschwellenprinzip

Teilnehmende Erzeuger müssen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß beschränken und das Schadschwellenprinzip beachten: Erst ab einer die Produktion gefährdenden Menge an Befall durch Schädlinge, Krankheiten oder Unkräuter werden überhaupt chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Stichwort: Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel schützen Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse vor Schadorganismen oder Krankheiten. Natürlich muss das, was die Pflanzen gesund hält, auch für Verbraucher und die Umwelt unbedenklich sein. Bevor ein Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden darf, durchläuft es daher ein gesetzlich geregeltes Zulassungsverfahren. Im QS-Prüfsystem wird der Einsatz streng überwacht und reglementiert. Zwischen dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und der Ernte muss z. B. eine bestimmte Zeitspanne liegen, damit sich mögliche Rückstände abbauen können. Diese „Wartezeit“ ist für jedes Mittel genau festgelegt und darauf abgestimmt, die Unbedenklichkeit der Produkte sicherzustellen. Die QS-Systempartner sind verpflichtet, diese Wartezeit einzuhalten. Das wird regelmäßig überprüft.

Nur kontrollierte Qualität gelangt in den Handel

Bei Obst und Gemüse gibt es gesetzlich vorgeschriebene Rückstandshöchstgehalte für Pflanzenschutzmittel. Regelmäßig nehmen Kontrolleure Proben der Waren und lassen sie in akkreditierten, unabhängigen Laboren auf die zulässigen Höchstgehalte für Pflanzenschutzmittel, Nitrate und weitere Substanzen untersuchen. Darüber hinaus wird im QS-Prüfsystem kontrolliert, dass nur gesetzlich zugelassene Wirkstoffe verwendet werden. Für dieses Rückstandsmonitoring wird erntefrisches Obst und Gemüse getestet – nach einem risikobasierten Kontrollplan. Die Teilnahme am Rückstandsmonitoring ist bei QS für alle an der Produktion und Vermarktung von Obst, Gemüse und Kartoffeln beteiligten Unternehmen verpflichtend.

Ziel dieser Rückstandskontrollen und des Monitoring ist es, dass nur einwandfreies Obst und Gemüse in den Handel gelangt. Dass die QS-Erzeuger saubere Arbeit leisten, belegen 12.720 Proben aus dem Rückstandsmonitoring im Jahre 2016, bei denen die Beanstandungsquote nur bei 1,3 % lag. Der ohnehin geringe Anteil beanstandeter Proben sinkt seit Jahren.

Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gemeinsam reduzieren

Die Bundesregierung hat 2013 den „Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“ beschlossen. Ziel ist es, die Risiken, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstehen können, weiter zu reduzieren. Erfolge sind bereits klar erkennbar: In den vergangenen Jahren sind Überschreitungen von Rückstandshöchstgehalten von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln zurückgegangen. Dafür setzt sich auch das QS-Prüfsystem ein und trägt mit seinen Rückstandskontrollen mit dazu bei, dass die Grenzwerte eingehalten werden.