Medikamenteneinsatz im Stall

Medikamenteneinsatz im Stall
Bauer im Stall

Antibiotika dürfen in der Tierhaltung nur eingesetzt werden, wenn sie unbedingt erforderlich sind. Für Transparenz sorgt das QS-Antibiotikamonitoring, bei dem alle Anwendungen in einer zentralen Datenbank erfasst werden. Ziel ist es, den Einsatz von Antibiotika weiter zu reduzieren und damit auch die Gefahren durch resistente Keime zu senken.

Wenn ein Tier krank ist, muss es behandelt werden. Manchmal bedeutet das auch die Verwendung von Antibiotika. Der verantwortungsvolle Einsatz erfolgt immer in Absprache mit dem Tierarzt, der die Antibiotika verordnen und die Abgabe des Medikaments dokumentieren muss.

So funktioniert das QS-Antibiotikamonitoring

Seit 2012 wird bei QS jede Antibiotikaverschreibung systematisch in einer zentralen Datenbank erfasst. Die Tierärzte der teilnehmenden QS-Betriebe tragen hier genaue Informationen zu jeder einzelnen Behandlung ein. Die Daten werden regelmäßig durch QS ausgewertet und an die Beteiligten zurückgemeldet. So erhalten Tierärzte und Tierhalter fundierte Erkenntnisse über den tatsächlichen Einsatz von Antibiotika: Wie viel und welche Art von Antibiotika wurden wo und warum verabreicht? Wie schneidet der Betrieb im Vergleich zu anderen ab? Wo gibt es gegebenenfalls noch Optimierungsbedarf? Auch für QS sind die Daten aufschlussreich. So muss beispielsweise ein Betrieb der überdurchschnittlich oft Antibiotika einsetzt, Maßnahmen einleiten um die Gesundheit seiner Tiere zu verbessern.

Übrigens: Die Teilnahme am Antibiotikamonitoring ist für alle Geflügel-, Schweinehalter sowie Kälbermastbetriebe im QS-System Pflicht.

Klare gesetzliche Regelungen

Zum Einsatz von Antibiotika gibt es klare Vorschriften: Antibiotika dürfen ausschließlich zur Behandlung von kranken Tieren eingesetzt werden, keinesfalls zur Leistungsförderung oder Prävention. Wer gegen die Vorschriften verstößt, macht sich strafbar.

Was hat es mit resistenten Keimen auf sich?

Wenn Bakterien gegen bestimmte Antibiotika immun sind, spricht man von Antibiotika-Resistenz. Infektionen, die von resistenten Keimen ausgelöst werden, können dann mit diesen Antibiotika nicht mehr wirksam behandelt werden. Jede Gabe von Antibiotika kann diese Resistenz fördern. Deshalb ist es so wichtig, dass Antibiotika nur eingesetzt werden, wenn dies therapeutisch notwendig ist.

Antibiotikaeinsatz in QS-Betrieben sinkt weiter

Die Tierhalter des QS-Systems produzieren rund 95 Prozent des deutschen Schweine- und Geflügelfleischs sowie 75 Prozent des deutschen Kalbfleisches. Die eingesetzte Antibiotikamenge sinkt bei den Betrieben im QS-System seit Jahren. 2016 verringerte sie sich im Vergleich zum Vorjahr um weitere 11,4 Prozent, das entspricht einem Minus von rund 62 Tonnen. Bei sogenannten „kritischen“ Antibiotika (diese sind für die Humanmedizin wichtig) ist der Einsatz sogar um 20 Prozent zurückgegangen. Ein Erfolg zu dem gerade das QS-Antibiotikamonitoring maßgeblich beiträgt.