Obst- und Gemüseerzeuger

Obst- und Gemüseerzeuger

Familie Rutta, die Obsterzeuger

Familie Rutta, die Obsterzeuger

Familie Rutta bewirtschaftet das nördlichste Apfelgut in Schleswig-Holstein. Obstanbau hat hier Tradition – das Gut wurde schon 1883 gegründet. Auch Kirschen, Birnen und Zwetschgen fühlen sich heimisch. Dafür sorgt Familie Rutta: Durch regelmäßige Bodenproben wissen sie, ob der Boden mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist.

Quereinsteiger mit Leidenschaft

200 000 Obstbäume sind keine Kleinigkeit. Jedes Jahr ernten die Ruttas etwa 1800 bis 2300 Tonnen Äpfel. Dabei ging es den Ruttas ursprünglich nur um die herrliche Lage mit Seeblick.

Doch schnell wurde klar, dass hier eine neue Aufgabe auf sie wartete: Die umliegenden Obstplantagen wollten weiter bewirtschaftet werden. Hier gedeihen neben Äpfeln auch Kirschen, Birnen und Zwetschgen. Seit dem Kauf des Guts 1993 haben die Ruttas die Anbauflächen stetig erweitert. Auch Tochter Tatjana, die eine Obstbaulehre absolvierte, ist inzwischen mit an Bord. Kaufmann Werner Rutta kümmert sich um die Vermarktungsstrategie und den Kontakt zu den Kunden. Seine Frau Stefanie Rutta verwaltet den Betrieb, kümmert sich um den Pflanzenschutz – und in der Erntezeit koordiniert sie bis zu 40 Mitarbeiter.

Nützlich: Wespen, Bienen und Hummeln

Als Quereinsteiger im Obstbau geht Familie Rutta gern neue Wege, zum Beispiel gönnt sie ihren Obstbäumen etwas mehr Platz als üblich. So bekommen sie mehr Licht – und tragen mehr Früchte. Zwischen den tragenden Obstbäumen stehen sogenannte Bestäuberäpfel, die Schutz und Nahrung für Wespen, Wildbienen und Hummeln bieten. Die Früchte dieser Wildsorten lassen die Ruttas meist für die Vögel hängen. Die Insekten wiederum sorgen dafür, dass die Blüten der angebauten Kulturäpfel – vor allem Holsteiner Cox, Jonagored und Boskoop – auch sicher bestäubt werden.

Obstanbau mit Tradition

Das Obstgut von Familie Rutta ist nicht nur das nördlichste Apfelgut in Schleswig-Holstein – es hat auch eine besondere Tradition.

1883 wurde es als Pomologisches Institut, als apfelkundliches Zentrum, gegründet. Hier wurde geforscht und ausgebildet, und auch die Geschichte des Holsteiner Cox beginnt hier. Johannes Vahldiek, der das Gut aufbaute, züchtete ihn aus dem Cox Orange Renette.

Die neue Sorte, auch „Vahldieks Sämling Nr. 3“ genannt, hielt dem rauen holsteinischen Klima besser stand – und schmeckte mit seinem fein-säuerlichen Aroma auch noch besonders edel. Heute ist der robuste Holsteiner Cox im Norden Deutschlands weit verbreitet.

Erntezeit bei Familie Rutta

Ein Teil der Äpfel wird direkt nach der Ernte ausgeliefert. Die übrigen lagert Werner Rutta ein – und wie alle Äpfel reifen sie nach der Ernte noch nach. Um diesen Prozess zu verzögern, werden sie bei konstanter Temperatur gekühlt und der Sauerstoff wird mit Hilfe des Stickstoffes auf 1,2 Prozent reduziert. So können die Äpfel über Monate sicher und ohne Qualitätsverluste aufbewahrt werden.

Frisch gepflückt werden die Äpfel einzeln in große Transportkisten gelegt, damit keine Druckstellen entstehen. Dann geht es ab in die Verarbeitungshalle! Nach wenigen hundert Metern Transport werden die Äpfel dort samt Kisten in ein Wasserbad getaucht. Im Wasserstrom schwimmen die Früchte weiter zur Sortier- und Verpackungsanlage, wo sie getrocknet und nach Größenklassen sortiert in Großkisten verpackt werden – entweder zur Lagerung oder für den Transport.

Übrigens: Das Wasser, in dem die Äpfel in der Verarbeitungshalle von Station zu Station schwimmen, hat Trinkwasserqualität. Die Äpfel könnten direkt gegessen werden – zum Anbeißen!