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Landfrau hakt nach

LandFrau Elvira

18.06.2018, 14:47

Landfrau hakt nach

Es gibt viele Landwirte in Deutschland, aber nicht jeder ist auch QS-Systempartner. Wie wird man eigentlich ein Teil des QS-Systems und was gibt es alles zu beachten? Wie gut, dass es QS-Expertin Sonja Pfeifer gibt, die auf diese Fragen eine Antwort hat.

Hallo Frau Pfeifer, wenn ein Landwirt am QS-System teilnehmen möchte, kann sich dieser dann einfach bei QS melden und sagen, dass er am QS-System teilnehmen möchte?

Fr. Pfeifer:
Landwirte nehmen nicht direkt am QS-System teil, sondern über einen sogenannten Bündler. Das sind zum Beispiel Erzeugergemeinschaften oder Verbände, regionale Organisationen oder Beratungsdienste. Der Bündler ist erster Ansprechpartner bei allen Fragen und Anliegen in Bezug auf das QS-System und steht dem Landwirt beratend und unterstützend zur Seite. Er organisiert auch das sogenannte Erstaudit, das als eine Art Aufnahmeprüfung in das QS-System zu verstehen ist. Das erfolgreiche Bestehen dieses Audits ist Voraussetzung für die Teilnahme am QS-System. Hierbei wird der Betrieb besichtigt und von neutraler Seite überprüft, ob alle QS-Anforderungen erfüllt werden.

In Deutschland gibt es ja ganz viele Vorschriften, auch im Lebensmittelbereich. Gelten für Landwirte, die am QS-System teilnehmen, andere Vorschriften?

Fr. Pfeifer:
QS legt für Tierhalter und Erzeuger von Obst und Gemüse sowie für alle weiteren Stufen der Lebensmittelwertschöpfungskette spezifische Anforderungen fest, die zum Teil über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Diese Anforderungen sind in den jeweiligen QS-Leitfäden festgehalten, die im Dokumentencenter der QS-Webseite öffentlich abrufbar sind. Die Teilnehmer verpflichten sich dazu, diese Vorschriften einzuhalten. Liegt ein Verstoß vor, verliert der Teilnehmer seine Lieferberechtigung in das QS-System. Mit Hilfe von sogenannten Monitoringprogrammen wird an kritischen Kontrollpunkten zusätzlich das konkrete Produkt überprüft. Auf der Stufe der Landwirtschaft sind dies das Salmonellen- und das Antibiotikamonitoring, auf der Stufe Erzeugung das Rückstandsmonitoring. Die Teilnahme an diesen Monitoringprogrammen ist verpflichtend. Die systematische Auswertung der Daten aus den Monitoringprogrammen unterstützt dabei, mögliche Risiken für die Sicherheit von Lebensmitteln frühzeitig zu erkennen und zu bewerten, um mögliche Gesundheitsgefahren zu verhindern.

Ich habe also als QS-Systempartner deutlich mehr und strengere Vorschriften und Kontrollen als ein Landwirt, der nicht im QS-System ist. Wer überprüft denn, ob die Landwirte diese auch tatsächlich einhalten?

Fr. Pfeifer:
Die Einhaltung der Anforderungen wird von unabhängigen Zertifizierungsstellen und deren Auditoren regelmäßig überprüft. Außerdem führen QS-anerkannte Labore im Rahmen der Monitoringprogramme umfangreiche Analysen durch. Alle Audit- und Analyseergebnisse werden in Datenbanken erfasst und dokumentiert. Damit wird die Qualitätssicherung im QS-System transparent und nachvollziehbar.

Ok, dann kann ich mich als Verbraucher ja darauf verlassen, dass Produkte mit dem QS-Prüfzeichen sicher sind. Aber warum sind auch die Supermärkte QS-Systempartner, dort wird doch nichts produziert?

Fr. Pfeifer:
Das QS-Prüfsystem umfasst alle Stufen der Lebensmittelkette, auch den Lebensmitteleinzelhandel. Erst hier erreichen die gewissenhaft hergestellten Produkte den Verbraucher. Die Supermärkte müssen die optimale Lagerung und Pflege der Ware sowie die Einhaltung der Hygieneanforderungen sicherstellen. Die Mitarbeiter werden dahingehend fortlaufend geschult und von Auditoren wird regelmäßig kontrolliert, ob alle QS-Anforderungen auch tatsächlich eingehalten werden.

Für einen Landwirt bedeutet das QS-System deutlich mehr Kontrollen als die reinen gesetzlichen Vorgaben. Für mich als Kunden signalisiert das QS-Prüfzeichen geprüfte Qualität, Rückverfolgbarkeit und Transparenz - Vom Landwirt bis zur Ladentheke - das weiß ich jetzt.
 

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